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Frühförderungszentrum am Kleinen Berg: Vortrag über traumatisierte Kinder im Kindergartenalter

Der Kinderarzt und Traumatherapeut Dr. Matthaei hielt einen viel beachteten Vortrag auf Einladung des Frühförderungszentrums am Kleinen Berg vor interessierten Fachleuten aus dem südlichen Landkreis Osnabrück.

Traumen können, so der Chefarzt des Sozial-Pädiatrischen Ambulanz- und Therapiezentrums (SPATZ), auch im täglichen Umfeld entstehen. Dr. Matthaei gab einen konzentrierten und dabei leicht verständlichen Überblick über die Ursachen, Merkmale und Behandlungsmöglichkeiten.

Eine Warnung schickte Matthaei dabei gleich zur Einführung vorweg: "Schließen Sie niemals allein von einem Symptomkomplex auf ein Trauma." Denn gerade im Kindergartenalter gibt es keine absolut eindeutige Symptomatik. Entscheidend ist vielmehr die Rücksprache mit den Eltern. Das gilt insbesondere dort, wo ein sogenanntes "Typ-1-Trauma" vorliegt oder vermutet wird. Ausgelöst werden diese Traumen durch singuläre Ereignisse, die als so bedrohlich empfunden werden, dass sie das Selbst- und das Weltverständnis des Kindes nachhaltig erschüttern.
Der anfängliche Schock weicht zunächst einem natürlichen Verdrängungsmechanismus. "Verdrängung ist gesund", schärfte der Referent seinen überraschten Zuhörern ein. Ein Kind in einer solchen Phase zum Reden zu drängen sei dagegen verfehlt: "Darüber reden führt nur zu einer Re-Traumatisierung." Das Kind sollte vielmehr das Ereignis - etwa den schweren Unfall, dessen Zeuge es wurde - ohne jeden Druck beim Spielen, Malen, Träumen oder auch beim freiwilligen Erzählen verarbeiten dürfen.

"Typ-1-Traumata" lassen sich, so der Fachmann, gut und meist sehr schnell behandeln. Matthaei selbst nutzt dazu mit großem Erfolg das Eye Movement Desensitization and Reprocessing, die Desensibilisierung und Verarbeitung durch Augenbewegung. Weitaus schwieriger ist die Behandlung bei einem Trauma des Typs 2, ausgelöst durch ständig sich wiederholende Mikrotraumen wie Vernachlässigung oder Gewalterfahrungen in der Familie. Gerade dann gilt: Die Sicherheit des Kindes geht vor. Erst wenn für ein sicheres, Vertrauen schaffendes Umfeld gesorgt wurde, kann die Aufarbeitung des Traumas beginnen.

Die anschaulichen Folien zum Vortrag können mit freundlicher Genehmigung von Herrn Dr. Matthaei beim Frühförderungszentrum am Kleinen Berg angefordert werden.

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